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REGman geht in die Verlängerung

Die Notwendigkeit zur Fortsetzung der REGman-Forschung ergibt sich gleichermaßen aus wissenschaftlicher wie aus sportfachlicher Sicht. Letztere äußerte sich in zahlreichen Nachfragen aus den Spitzenverbänden und der Trainingspraxis während der ersten Projektphase. Demnach bedürfen besonders die ausgeprägte Individualität von Beanspruchungs- und Regenerationsprozessen und die Möglichkeiten einer Typisierung von individuellen Athletenprofilen einer weiteren Aufklärung und konkreter Handlungsleitfäden für die Praxis. Dies sind Problemstellungen im fortgesetzten Projekt, die nur mit individuellen Längsschnittanalysen auf der Basis von engmaschigem Athletenmonitoring und damit einer aktiven Beteiligung von Trainern und Athleten zu beantworten sind.

Sehr erfreulich ist daher das große Interesse der Sportpraxis am Fortsetzungsprojekt REGman, auch verbunden mit der Bereitschaft, sich aktiv in die Durchführung einzubringen. Es zeichnet sich ab, dass das bereits in der ersten REGman-Phase aufgebaute umfangreiche Praxisnetzwerk noch weiter ausgebaut werden kann: 10 Spitzenverbände, ein internationaler Fachverband und drei Olympiastützpunkte haben ihre Kooperation bereits zugesagt und weitere Anfragen gehen fast täglich ein.

Für das Projektteam und für das BISp stehen daher auch in der Verlängerung von REGman nach wie vor die unbedingte Praxisrelevanz und der direkte Transfer in den Leistungssport an oberster Stelle. Die Projektkonzeption setzt unmittelbar an den Bedarfen der Praxis an: So sollen insbesondere die Arbeiten zur Individualisierung von Diagnostik, Ermüdungsbeurteilung und Regenerationsinterventionen weiter verfolgt und ausgebaut werden. Dieser Schwerpunkt ist handlungsleitend für die Bearbeitung der einzelnen Projektteile zum Ermüdungsmonitoring (Teil I), zur Reproduzierbarkeit der individuellen Response (Teil II), zur Sportartspezifik (Teil III) und letztlich maßgeblich für eine geplante Aggregierung zahlreicher Fallanalysen (Teil IV). Sehr praxisorientiert ist auch die im Projekt entwickelte und eingesetzte IT-Anwenderlösung „Regenerationsmanagement durch Athletenmonitoring“ (REGmon), mit der die erforderlichen individuellen Längsschnittdaten alltagstauglich gesammelt, anwendungsbezogen aufbereitet und zielgerichtet analysiert werden können. Hervorzuheben ist weiterhin das projektbegleitende Transferkonzept, das eine verstärkte regelmäßige und adressatengerechtere Kommunikation in die verbandsspezifische und verbandsübergreifende Sportpraxis durch unterschiedliche Distributionswege und einen eigens berufenen Kommunikationsbeauftragten der Arbeitsgruppe vorsieht.

In den vergangenen vier Jahren hat das REGman-Forscherteam, unter Beteiligung des Sportmediziners Professor Tim Meyer von der Universität des Saarlandes, der Trainingswissenschaftler Professor Mark Pfeiffer aus Mainz und Professor Alexander Ferrauti von der Ruhr-Universität Bochum sowie des Bochumer Sportpsychologen Professor Michael Kellmann, das Forschungsfeld Regenerationsmanagement mit Blick auf den Spitzensport aufgearbeitet. In mehr als 15 Teilstudien, die in enger Kooperation mit Leistungssportlern, Olympiastützpunkten und verschiedenen Spitzensportverbänden realisiert werden konnten, haben die Wissenschaftler das aktuelle Wissen zur Diagnostik des Erholungsbedarfs und des Beanspruchungszustands sowie zu Möglichkeiten der Regenerationsförderung gesichtet und maßgeblich erweitert. Die zahlreichen Handlungsempfehlungen wurden aktiv und kontinuierlich über verschiedenste Formate und Medien in Richtung Sportpraxis und Sportwissenschaft weitergegeben ( Regenerationsmanagement im Spitzensport (PDF, 25MB, Datei ist nicht barrierefrei)).

Im Vorfeld der Bewilligung zur nun erfolgten Verlängerung hat das BISp zahlreiche wissenschaftliche sowie sportfachliche Expertinnen und Experten in die Entscheidungsfindung einbezogen und neben der wissenschaftlichen Begutachtung und dem Beratungsgespräch aus dem Normalverfahren ein Hearing für die Mitglieder des Strategieausschusses, des Projektbeirats und des wissenschaftlichen Beirats des BISp ausgerichtet. Durch die intensive Diskussion konnte eine breite und fachübergreifende Entscheidungsgrundlage geschaffen werden, die für das BISp angesichts der herausgehobenen Stellung des Projektthemas und der Projektform besonders bedeutsam war. Der gute Dialog nicht nur IM sondern auch ÜBER das Projekt wird im Projektbeirat, der weiterhin mit wissenschaftlichen und Sportpraxis-Experten besetzt sein wird, vom BISp weiter gefördert werden.

Informationen zum Projektablauf (Struktur & Inhalt) für die Jahre 2017-2020 folgen in Kürze auf der Homepage.